Der Graveur - wie ich ihn sehe

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Jürgen Lehmann. Ich bin Graveur aus Leidenschaft. Zu meinen Kunden zählen namhafte Juweliere im In- und Ausland. Häufig kam es vor, dass mir Kunden beim Durchblättern von Büchern sagten:

DAS KANN HEUTE KEINER MEHR!

Nun, diese Äußerungen stellten für mich eine Herausforderung dar. Sicher ist Ihnen bekannt, dass der Graveur sich im Laufe der Jahrhunderte aus dem Goldschmied herausgebildet hat. Bekanntestes Beispiel: Albrecht Dürer. Nach damals siebenjähriger Ausbildung zum Goldschmied arbeitete er jedoch als Graveur und Maler. Sein Wappen sehen Sie in meiner Ausstellung, das ich als Teil meiner Meisterprüfung gestochen habe.

Natürlich beschränkt sich der Wirkungskreis eines Graveurs nicht nur auf das Arbeiten in zweidimensionaler Ebene. Positiv- sowie Negativ-Reliefarbeiten gehören auch dazu. Jetzt hieß es für mich: "Back to the roots!" (zurück zu den Wurzeln) und so entstand die Brosche "kämpfende Chimären" - neu. Das Original liegt im Nationalmuseum in Frankreich. Nach einer Fotografie aus dem Buch "Pariser Schmuck" habe ich sie neu in Wachs modelliert, in Silber gegossen, weiter bearbeitet sowie anschließend in Gold gegossen. Natürlich habe ich den Steinbesatz etwas geändert, um meine persönliche Note mit einzubringen. Des Weiteren ist sie mit meinem Meisterstempel versehen:

ein "L" in Frakturschrift mit eingearbeitetem Feingehaltsstempel 750.

Bitte beurteilen Sie selbst:

KANN DAS HEUTE WIRKLICH KEINER MEHR?

Sehr geehrte Damen und Herren, ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.

 

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Lehmann, Graveurmeister